API-Economy –
Mehrwert schaffen
durch Transparenz

Durchführung: Sommer 2018

Ausgangssituation

Verkürzte Innovationszyklen, kürzere schnelle Releases, Big-Data und Artificial Intelligence sind brandaktuelle Themen, die derzeit auf keiner Agenda fehlen. Diese Buzzwords kapseln die These, dass Schnittstellen, Daten und Services modular und gewinnbringend eingesetzt werden können. Gemäß dem Motto „Beyond the Hype - Get things done“ und getrieben aus verschiedensten Projektkontexten haben wir das GreenLab „API-Economy“ ins Leben gerufen.

API-Economy – Was ist das?
Und wenn ja, wie viele?

Zu dem Begriff API-Economy gibt es bereits vereinzelte Definitionen – im Grunde ist es weder neu noch radikal innovativ. Bei jeder Definition geht es um die Frage, ob und wie Unternehmen ihre Daten und IT-Services als gewinnbringende Assets einsetzen können. Der Schlüssel dazu liegt in den sogenannten APIs (Application Programming Interfaces), der technischen Umsetzung von Schnittstellen zu Daten und Services. Dies aus ökonomischem Blickwinkel betrachtet ist der Kern der API-Economy.

Ziele

Definitionen zur API-Economy sind mit moderatem Aufwand schnell gefunden, geht es aber um einen ganzheitlichen systematischen, strategischen Ansatz zur wirtschaftlichen Verwertung von APIs, dann ist die Suche vergebens. Um genau diese Lücke zu schließen, haben wir das GreenLab gestartet – mit dem Ziel, ein pragmatisches und praxisorientiertes Ergebnis zu erreichen. Daher sind wir folgenden drei Kernfragen nachgegangen:

  • Wie ist der strategische Einsatz von APIs zu bewerten?
  • Wie geht man bei der Umsetzung vor? 
  • Worauf muss man achten, um API-Economy-Vorhaben erfolgreich durchzuführen?

Herangehensweise

In unseren Klausur-Workshops haben wir zwei Einstiege in das Thema identifiziert. Einerseits ist es das Vorgehen und andererseits – quer dazu – sind es unterschiedliche Handlungsfelder bzw. Disziplinen.

I. Vorgehen
Während das Bewusstsein über die wachsende Bedeutung von internen Daten und deren Verarbeitung in den Unternehmen meistens vorhanden ist, bleiben die eigentlichen Datenflüsse und -schnittstellen häufig unklar. Genau an diesem Punkt setzt API-Economy an: 

Alles beginnt mit der Kartographierung der Daten, der darauf aufbauenden Services, sowie vorhandenen Schnittstellen mit der Motivation, ein neues (Produkt-)Portfolio über die eigene Daten- und Service-Landschaft zu erstellen. 

Welche Daten bleiben im Unternehmen? Welche verlassen den eigenen Kontext oder treten in diesen ein? Unter welchen Umständen geschieht es? Wie sind diese Daten sonst zu verwerten?

Mit diesen und ähnlichen Fragen startet ein Prozess, infolge dessen Lücken oder Redundanzen erkannt und beseitigt und Potenziale für Neuverwertung identifiziert werden. 

Eine genaue Kenntnis über die vorhandenen Daten, sowie über die Kosten für deren Gewinnung führen zwangsläufig zu Überlegungen einer Monetarisierung. Denn getreu der Aussage „Daten sind digitales Gold“ findet sich immer ein Abnehmer.

II. Handlungsfelder bzw.Disziplinen
Für eine erfolgreiche API-Economy müssen mehrere Handlungsfelder bzw. Disziplinen, zwischen denen eine starke Interaktion stattfindet und deren Wirkungsbereiche sich teilweise überschneiden, erschlossen werden. Es sind folgende vier:

  • API-Governance bedient den strategischen Aspekt. Hier finden die Steuerung und Analyse der eigenen API-Economy statt, basierend auf spezifischen KPIs.
  • API-Design bedient den architektonischen Aspekt. Es werden die Grundsteine zur Realisierung der API-Economy gelegt, ausgerichtet auf die strategischen Ziele und die operativen Vorgaben.
  • API-Development beschäftigt sich mit der Umsetzung. Basierend auf den Vorgaben und Anregungen des API-Designs und im Einklang mit aktuellen Trends und Best Practices findet hier die Implementierung statt.
  • API-Management beschreibt den operativen Teil einer API-Economy. Er wendet Techniken und Werkzeuge zur Verwaltung des API-Lifecycles an und liefert Zahlen zu definierten KPIs an API-Governance.

Fazit

Der Aufbau einer API-Economy ist ein logischer Schritt zur Ergänzung des aktuellen Produkt-Portfolios. Die skizzierten Tätigkeiten basieren in den meisten Fällen auf etablierten Verfahren, deren zentrale Aspekte bereits adressiert und gelöst wurden.  

Die technische Realisierung wird durch aktuelle Entwicklungen wie Microservices, Container und As-a-Service-Angebote erheblich vereinfacht, bleibt aber unter Sicherheits- und Datenschutz-Aspekten herausfordernd. Die vormals intern genutzten Schnittstellen wurden unter anderer Prämisse entwickelt und müssen für die öffentliche Nutzung aufbereitet oder ersetzt werden. 

Dennoch kann der Aufbau einer API-Economy eine lohnende Investition darstellen. Der gesellschaftliche Wandel – weg vom Eigentum, hin zu einer bedarfsorientierten Nutzung – schafft Raum für völlig neue, granulare Services. Die gehandelten Daten und APIs sind in vielen Fällen bereits vorhanden und ihr Aufbau und der Umfang bei einer (kommerziellen) Nutzung durch Dritte muss lediglich neu bewertet werden. So kann – basierend auf vorhandenem – zusätzlicher Umsatz durch eine zielgerichtete Freigabe vormals interner Assets erwirtschaftet werden.